
Welche Behandlungen sollten bevorzugt werden, um die Nieren von Diabetikern und übergewichtigen Personen mit chronischer Niereninsuffizienz zu schützen?
Chronische Nierenerkrankungen betreffen weltweit eine von zehn Personen und könnten bis 2040 zur fünft häufigsten Ursache für vorzeitige Sterblichkeit werden. Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas ist diese Krankheit besonders häufig und verschlimmert das Risiko für Herzkomplikationen und schweres Nierenversagen. Zwei Arten von Medikamenten, die oft zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden, zeigen auch Vorteile für die Nieren: solche, die die Zuckerausscheidung über den Urin fördern, und solche, die wie das natürliche Hormon wirken, das den Blutzucker und den Appetit reguliert.
Eine eingehende Analyse der verfügbaren Forschungsergebnisse zeigt, dass Medikamente, die die Zuckerausscheidung über den Urin fördern, einen stärkeren Nierenschutz bieten als solche, die das regulierende Hormon nachahmen. Mehrere große Studien haben ihre Wirksamkeit bei der Verlangsamung des Nierenfunktionsverlusts bestätigt, selbst bei Patienten, deren Nierenfunktion bereits beeinträchtigt ist. Ihre schnelle und gewichtsunabhängige Wirkung macht sie besonders nützlich für die Behandlung von diabetesbedingter Niereninsuffizienz.
Dagegen haben Behandlungen, die das regulierende Hormon nachahmen, obwohl sie seit langem zur Kontrolle des Blutzuckers und zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, begrenztere Nierenwirkungen gezeigt. Nur eine aktuelle Studie hat speziell ihren Einfluss auf die Nieren untersucht und eine Verbesserung bei diabetischen Patienten mit fortgeschrittener Nierenschädigung gezeigt. Dieser Schutz scheint jedoch weniger umfassend zu sein als der der erstgenannten Medikamente und tritt langsamer ein.
Die Wirkmechanismen dieser beiden Medikamentenklassen unterscheiden sich. Die ersten reduzieren den Druck in den kleinen Nierenfiltern und begrenzen so deren Abnutzung. Die zweiten wirken vor allem durch die Verringerung von Entzündungen und oxidativem Stress, aber ihre Wirkung auf die Nierenfunktion ist weniger gut verstanden. Ihr Hauptvorteil liegt in ihrer Fähigkeit, die Diabetes-Kontrolle zu verbessern und die Gewichtsabnahme zu fördern, was indirekt den Nieren zugutekommen kann.
Internationale Empfehlungen raten dazu, vorrangig Medikamente einzusetzen, die Zucker über den Urin ausscheiden, um die Nieren von Diabetikern und übergewichtigen Personen zu schützen. Behandlungen, die das regulierende Hormon nachahmen, werden eher ergänzend in Betracht gezogen, insbesondere für Patienten, die eine bessere Blutzuckerkontrolle oder eine Verringerung ihres Herzrisikos benötigen. Die Kombination beider Medikamententypen könnte zusätzliche Vorteile bringen, aber es fehlen noch Daten, um zu klären, in welcher Reihenfolge sie eingeführt oder kombiniert werden sollten.
Die Nebenwirkungen beider Medikamentenklassen sind insgesamt vergleichbar. Verdauungsstörungen, die zu Beginn der Behandlung mit dem hormonnachahmenden Medikament häufig auftreten, nehmen mit der Zeit tendenziell ab. Medikamente, die Zucker über den Urin ausscheiden, können dagegen Harnwegs- oder Genitalinfektionen verursachen, aber diese Risiken bleiben beherrschbar.
Obwohl die wissenschaftlichen Belege für die erstgenannten Medikamente in Bezug auf den Nierenschutz sprechen, muss jeder Patient individuell bewertet werden. Die Wahl der Behandlung hängt vom Zustand der Nieren, der Diabetes-Kontrolle, dem Gewicht und anderen gesundheitlichen Risiken ab. Weitere Forschung ist erforderlich, um diese Strategien zu verfeinern und die Behandlungen besser an jede Situation anzupassen.
Sources officielles
Document source
DOI : https://doi.org/10.1007/s12325-026-03559-7
Titre : Evidence-Based Positioning of Sodium-Glucose Co-transporter 2 Inhibitors and Glucagon-Like Peptide 1 Receptor Agonists in the Management of Chronic Kidney Disease with Type 2 Diabetes and Overweight or Obesity: A Systematic Literature Review
Revue : Advances in Therapy
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Yehuda Handelsman; Alice Y. Y. Cheng; Gian Paolo Fadini; Pam Kushner; Fabrice Bonnet; Paola Fioretto; Takashi Kadowaki; Naresh Kanumilli; Xavier Cos; Thomas Frese; Linong Ji; Molly Murton; Simon Foulcer; Surendra Pentakota; Peter Rossing